Was wäre wenn – ein Mensch verstirbt?

Wenn ein Mensch stirbt, gilt es für die Hinterbliebenen zunächst, mit der eigenen Betroffenheit, mit dem Schrecken, der Aufregung, der Trauer umzugehen. Lassen Sie sich Zeit – Sie müssen wahrhaftig nichts überstürzen!

Falls der Todesfall zuhause eintritt, ist es in der Regel ratsam, zunächst weitere nahestehende Menschen zu informieren. Gemeinsam trägt sich eine solche Situation besser. Zugleich ist es, auch aus rechtlichen Gründen, wichtig, eine Ärztin oder einen Arzt zu informieren. Er oder sie wird die rechtlich vorgeschriebenen Untersuchungen vollziehen und den ‚Totenschein‘ ausstellen. Verstirbt ein Mensch im Krankenhaus oder im Altenheim, wird diese Benachrichtigung von der Einrichtung selbst übernommen.

Lutz Stallknecht / pixelio.de

Ein alter Brauch ist es, der/dem Verstorbenen die Augen zu schließen, falls sie noch offen stehen, sie/ihn in Rückenlage so zuzudecken, dass die Arme und Hände auf der Decke liegen und ihr/ihm die Hände zu falten oder zusammen zu legen.

Der Eintritt eines Trauerfalles versetzt die Hinterbliebenen in einen Ausnahmezustand. Rituale können hilfreich sein zur Bewältigung dieser Situation. Hierbei gilt: Erspüren Sie, was Ihnen gut tut – und tun Sie es, ganz gleich, was andere darüber sagen! Denkbar ist ein schlichtes Zeichen wie das Entzünden einer Kerze. Wenn noch etwas zwischen der/dem Verstorbenen und Ihnen offen stehen sollte, scheuen Sie sich nicht, es ihr/ihm noch zu sagen. Später, wenn die/der Verstorbene bereits die Wohnung verlassen hat, lässt sich auch ein Bild von ihr/ihm zur Kerze stellen.

Im alten Sprachgebrauch wird der Tod als „Heimgang“ bezeichnet und die/der Verstorbene als die/der „Heimgegangene“. Dahinter steht die christliche Glaubensgewissheit, dass die Seele, der Geist des Verstorbenen, der Kern unseres Seins nicht in einem schwarzen Loch verloren geht. Im Gegenteil: Wir dürfen heimkehren, zurückkehren in jenes Reich der Liebe und des Lichts, aus dem wir von Gott in unser irdisches Dasein geschickt worden sind. Sie dürfen Ihren nahestehenden Menschen also getrost gehen lassen.

An den Hinterbliebenen liegt es im nächsten Schritt, ein Bestattungsunternehmen auszuwählen und zu benachrichtigen. Es ist ratsam, sich hier bereits vorher kundig gemacht zu haben, um die Entscheidung, welches Unternehmen beauftragt werden soll, nicht aus der unmittelbaren Betrof-fenheit heraus fällen zu müssen. Mit der Pietät / dem Bestattungsunternehmen wird vereinbart, wann die/der Verstorbene abgeholt wird. Auch hier gilt: Sie haben Zeit – nehmen Sie sie sich! Gemäß unserem hessischen Friedhofs- und Bestattungsgesetz vom 5. Juli 2007 darf ein Verstorbener bis zu 36 Stunden nach Eintritt des Todes zuhause bleiben (§17). Er ist frühestens 48 Stunden und nicht später als 96 Stunden nach Eintritt des Todes zu bestatten (§16). Sofern die/der Verstorbene nicht an einer ansteckenden Krankheit gelitten hatte, die noch übertragen werden kann, sind Verlängerungen für alle Fristen gestattet. Häufig wird dies für den Zeitpunkt der Bestattung in Anspruch genommen. Hier helfen die Bestattungsunternehmen bzw. Pietäten. Die Unternehmen in der Mainspitze und den Nachbarorten übernehmen auch die Abwicklung mit etlichen Ämtern. Dazu gehört die Abstimmung, wann die Trauerfeier stattfinden wird. Hier gilt es, einen Termin zu finden, der sowohl den Hinter-bliebenen genehm ist, als auch von Seiten der Pietät, des kommunalen Friedhofsamtes und des Pfarramtes machbar ist. Was diesen Termin betrifft, brauchen Sie sich also nicht persönlich an das Pfarramt zu wenden.

Unser Pfarramt ist zuständig, falls die oder der Verstorbene Mitglied unserer Kirchengemeinde war oder als Mitglied der evangelischen Kirchen hier in Ginsheim beigesetzt werden soll. Darüber hinaus steht Ihnen Pfarrer Ritz uneingeschränkt als Seelsorger zu Verfügung.
In Ausnahmefällen übernimmt Pfarrer Ritz auch die Trauerfeier für Verstorbene, die nicht Mitglied einer Kirche waren. Wenden Sie sich hierzu bitte an das Pfarramt.

Die gute Zusammenarbeit zwischen der katholischen und evangelischen Kirche vor Ort ermöglicht auch die Beisetzung katholischer Christinnen und Christen vom evangelischen Pfarrer bzw.  evangelischer Christinnen und Christen vom katholischen Priester, wenn dies gewünscht ist.

In unserer heutigen Gesellschaft können Sie zwischen verschiedenen Formen der Beisetzung wählen. Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen einer Erdbestattung, der klassischen Form, und einer Feuerbestattung, die mittlerweile zunehmend gewählt wird. Hier haben Sie in Ginsheim mehrere Möglichkeiten:

  • Eine Trauerfeier mit dem Sarg und einer späteren, separaten Beisetzung der Urne.
    Auch die Urnenbeisetzung kann auf Wunsch noch einmal kirchlich begleitet und in einen kleinen liturgischen Rahmen gestellt werden.
  • Eine Trauerfeier mit der Beisetzung der Urne. Hierbei erfolgt zunächst die Einäscherung, und die Trauerfeier wird danach anberaumt. Inzwischen bieten einige Pietäten auch für diesen Fall zeitnahe Lösungen an.

Die Beisetzung der Urne kann in Ginsheim wiederum in verschiedener Weise vollzogen werden:

  • In Form einer Grabbestattung. Hier wird die Urne in einem (kleinen) Urnengrab beigesetzt oder einem bestehenden Grab beigegeben.
  • In Form einer Beisetzung in der Urnenwand. Hier wird die Urne in die Nische einer Urnenwand gestellt. Danach wird die Nische mit einer einheitlichen Platte bedeckt.
  • In Form einer „halbanonymen“ Beisetzung. Hier wird die Urne in Anwesenheit der Hinterbliebenen auf einem Grabfeld beigesetzt, an dessen Rand eine Gedenkstätte mit den Namen der Beigesetzten errichtet ist.
  • In Form einer anonymen Bestattung. Hier wird die Urne ohne die Hinterbliebenen anonym auf einem Grabfeld beigesetzt, und auch der exakte Ort der Beisetzungsstelle bleibt unangezeigt. Diese Beisetzungsform ist auch nach vorausgegangener Trauerfeier mit dem Sarg möglich.

Weitere Formen der Bestattung (Seebestattung oder Friedwaldbestattung) erfolgen in der Regel nach einer Einäscherung oder auch nach einer Trauerfeier. Ein Angebot zur Baumbestattung gibt es in Ginsheim nicht; hier helfen die Pietäten weiter.

Ein Angebot, mit dem die Kirche Sie in einem Trauerfall begleitet, ist die „Aussegnung“. Hierbei erhält die/der Verstorbene, bevor sie/er aus der Wohnung gebracht wird, einen Segen. Umrahmt wird diese Segnung von einer kleinen liturgischen Feier mit den Hinterbliebenen, die sich dies zeitlich einrichten können. Da die gesetzlichen Vorgaben entsprechende Zeiträume lassen, ist eine Aussegnung fast immer zeitlich machbar. Falls Sie eine Aussegnung wünschen, wenden Sie sich bitte an das Pfarramt (Tel. 2324). Wenn es irgend möglich ist, wird Pfarrer Ritz Ihrem Wunsch nachkommen.

Wir bemühen uns, auf alle Anrufe – auch jene, die auf den Anfrufbeantworter gesprochen werden – zeitnah zu antworten. Dennoch kann es einmal vorkommen, dass der Zeitpunkt einer gewünschten Aussegnung und die Termine von Pfarrer Ritz sich nicht vereinbaren lassen. In diesem Fall werden eine Kollegin/ein Kollege aus den Nachbargemeinden gerne einspringen.