Was wäre wenn – schweres auf der Seele liegt?

Telefonseelsorge der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland

Nach wie vor gibt es auch die Möglichkeit, sich an eine/n SeelsorgerIn zu wenden. Dies ist im engeren Sinn eine Pfarrerin oder ein Pfarrer oder eine speziell ausgebildete Person der Kirche. Pfarrerinnen und Pfarrer stehen grundsätzlich unter der rechtlich geschützten Schweigepflicht. In allen Kirchen ist die Seelsorge jedoch nicht an ein spezielles Amt gebunden; im weiteren Sinn kann also jede Christin und jeder Christ jemandem seelsorgerisch beistehen.

 

SeelsorgeDas Besondere der Seelsorge liegt darin, dass sie die gegebene Situation oder das Anliegen in den Horizont des Glaubens stellt und vor Gott sieht. Vor Gott sind wir alle füreinander verantwortlich. Hier liegt das Motiv der Seelsorge in der Kirche. Dies bedeutet aber keineswegs, dass ein/e Ratsuchende/r „missioniert“ wird. Seelsorge ist ein bewusster Umgang damit, dass unser Leben eingebunden ist in ein größeres Ganzes. Als Lebensbegleitung und –beratung steht sie grundsätzlich allen Menschen offen, ganz gleich ob sie an Gott glauben oder nicht. Besonders aber für Menschen, die einen Bezug zu Gott und dem Glauben haben, kann die gemeinsame Beleuchtung der eigenen Lebenssituation unter diesem speziellen Blickwinkel und die Übergabe/Hingabe der entstandenen Last in Gottes Hand (er-)lösende Wirkung haben.

seelsorgeEine besondere Form der Seelsorge ist die Beichte. Sie hat in der katholischen Frömmigkeits-Tradition ihren festen Platz bewahrt, in der evangelischen ist sie in Form der Einzel-Beichte leider fast untergegangen. Dies mag auch daran liegen, dass die Beichte oft moralisch missverstanden wird und sicherlich auch immer wieder missverständlich gehandhabt worden ist. Es geht jedoch darum, die eigene Lebenssituation im Licht der Liebe wahrnehmen zu lernen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin (Johannes 8,3-11). Der Gott der Liebe, wie ihn Jesus Christus uns zeigt, unterscheidet zwischen Tat und Täter. Gottes Liebe zum Täter bleibt – nichts kann uns von ihr scheiden, versichert uns Paulus. Eine Tat dagegen kann zerstörerisch und daher abzulehnen sein. Für sie hat der Täter Verantwortung zu übernehmen. Unentschuldbares, so versichert uns unser christlicher Glaube, trägt dabei Gott für uns. Aufschlussreiches über die Beichte finden Sie auch in unserem Evangelischen Gesangbuch unter der Nr. 792-795 und im „Kleinen Kathechismus“ Luthers (EG 806.6). Insbesondere Menschen, die sich als schuldbeladen erachten, kann das Ritual der Beichte helfen, die Barmherzigkeit Gottes in ihrem Leben Wirklichkeit werden zu lassen.

Jede und jeder (ganz gleich, ob Kirchenmitglied oder nicht), ist eingeladen, den kostenlosen Dienst der Seelsorge in Anspruch zu nehmen. Bitte wenden Sie sich mit Ihren Anliegen an Pfarrer  Ritz. Er hat eine Zusatzausbildung in klinischer Seelsorge und in systemischer Seelsorge. Sie erreichen ihn unter der Telefonnummer 2324 oder per E-Mail an pfarrer@ev-kirche-ginsheim.de.  Da Pfarrer Ritz – wie alle Pfarrerinnen und Pfarrer – nicht immer erreichbar sein kann, sei hier auch auf die bewährte Einrichtung der Telefonseelsorge hingewiesen. Diese Anlaufstelle der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland ist rund um die Uhr kostenlos zu erreichen unter den Telefonnummern  0800/111 0 111  und  0800/111 0 222.

Auf zwei weitere spezielle Angebote für Männer sei hingewiesen: eine von den Kirchen betriebene Telefon-Nr. für Männer, die Fragen und Probleme rund um das Mann-Sein beschäftigt, ist die 01804/623623. Pro Anruf kostet sie 20 Cent. Eine Hotline für Männer und Gewalt, die „euline“ ist unter der Nr. 01805/439258 eingerichtet. Hier können Männer anrufen, die gerade gewalttätig geworden sind oder merken, dass sie kurz davor stehen.

Auch im Internet hat die Evangelische Kirche in Deutschland verschiedene Angebote der Seelsorge eingerichtet. Unter dem Link http://www.ekd.de/seelsorge/seelsorge.html finden Sie eine Auswahl dieser Möglichkeiten.