Kirchenmitgliedschaft

Mitglied in der Evangelischen Kirche ist jede/r, welche/r evangelisch getauft ist. Die Taufe begründet die Annahme der Gottesbeziehung, die niemals endet – auch nicht, wenn Sie formal aus der Kirche austreten. Wer getauft wird, wird zugleich Teil der christlichen Gemeinde und gehört in unserem Gebiet zur Körperschaft „EKHN“ (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) als verfasster Kirche.

Sie erwägen, in die evangelische Kirche einzutreten? – Gerne stehen Ihnen Pfarrer Ritz oder Pfarrer Merten für ein unverbindliches Gespräch zur Verfügung, um Ihnen in Ihrem Klärungsprozess weiter zu helfen. Bitte rufen Sie an oder schicken Sie uns eine Nachricht. Für grundsätzliche und auch formale Informationen zur evangelischen Kirche sind die Web-Seiten der EKHN, der EKD und besonders das Portal ‚Kircheintritt – evangelisch werden‘ zu empfehlen.

Jede Kirchengemeinde der EKHN ist eine Stelle, bei der man Mitglied der Evangelischen Kirche werden kann. Darüber hinaus gibt es Eintrittsstellen, die von der EKHN beauftragt werden. Eintrittsstellen, die im Rahmen der City-Kirchenarbeit übergemeindlich bestehen, können nur Wieder-Eintritte vornehmen, aber in der Regel nicht taufen.

Wenn Sie getauft sind und vormals bereits in der evangelischen Kirche waren, ist Ihr „Eintritt“ für uns rechtlich ein „Wiedereintritt“. Waren Sie z.B. katholisch, ist es ein „Übertritt“. Wenn sie noch Mitglied einer anderen Kirche (z. B. Mitglied der katholischen Kirche) sind und evangelisch werden wollen, gibt es leider keinen direkten Übertritt. In Deutschland ist es so geregelt, dass Sie zunächst aus der anderen Kirche austreten müssen (über das Amtsgericht) und dann erst in die evangelische Kirche eintreten können.

Ihren Eintritt in die evangelische Kirche erklären Sie – sie müssen ihn nicht beantragen. Die Voraussetzungen dazu sind minimal: Sie müssen getauft sein (hierüber benötigen wir einen entsprechenden Nachweis; falls Sie ihn jedoch nicht erbringen können, gibt es „Notlösungen“), und es gilt, wenn Sie hier in Ginsheim eintreten wollen, ein Gespräch mit dem Pfarrer zu führen. Dieses Gespräch ist keinesfalls eine „Prüfung“, sondern ein Begleiten auf Ihrem Weg des Glaubens und ein gemeinsames Beleuchten, vielleicht auch weiteres Klären Ihrer Situation. Ein Termin für ein solches Gespräch vereinbart Pfarrer Ritz oder Pfarrer Merten gerne mit Ihnen. Das Formular  Anmeldung zur Aufnahme erfragt die Daten der Taufe und des Austritts. Die Angaben auf dem Formular werden von uns vertraulich behandelt (Datenschutz). Die ‚Anmeldung zur Aufnahme‘ ist Ihrerseits und von Seiten des Pfarrers zu unterschreiben – um alles andere kümmern wir uns.

Der Eintritt wird sofort wirksam; die Kirchensteuerpflicht entsteht ab dem ersten Tag des Folgemonats (§ 5 Abs. 1 Hess. Kirchensteuergesetz).
Sie sollten dann zeitnah die Lohnsteuerkarte vom Arbeitgeber erbitten und die Mitgliedschaft vom Einwohnermeldeamt in die Lohnsteuerkarte eintragen lassen (Sonderregelung für Kinder über 18 Jahre – evtl. Änderung durch das Finanzamt). Die Lohnsteuerkarte für das folgende Kalenderjahr wird vom Einwohnermeldeamt automatisch mit dem neuen Vermerk für den Abzug der Kirchensteuer versehen. Sie sollte sich vergewissern, dass dies auch geschehen ist.

Als Kirchenmitglied haben Sie bestimmte Rechte und Pflichten.
Ihre Rechte sind:

  • Sie können mitbestimmen, vor allem, indem Sie die Kirchenvorstände mit wählen
  • Sie können aber auch selbst in Gremien gewählt werden
  • Sie können das Patenamt übernehmen, also Taufpate/-patin werden
  • Sie können kirchlich heiraten und werden im Falle Ihres Todes kirchlich bestattet
  • Bei Kirchenwahlen sind Sie wahlberechtigt und
  • Sie können sich in kirchliche Leitungsämter wählen lassen, z. B. in den Kirchenvorstand.

Ihre Pflichten sind:
Sie zahlen Kirchensteuer, sofern Sie berufstätig sind oder Einkommensteuer entrichten. Die Höhe bemisst sich nach der Einkommenssteuer, d.h. sie beläuft sich in unserer Landeskirche auf 9% dessen, was Sie als Einkommenssteuer zahlen. Freibeträge und besondere Aufwendungen sind also bereits berücksichtigt.

Kirchenaustritte sind in Deutschland leider nicht Sache der Kirchen, sondern des Staates. Wer also die Evangelische Kirche verlassen möchte, muss in Hessen persönlich zum zuständigen Amtsgericht gehen. Die Amtsgerichte erhebt für den Verwaltungsakt des Austritts eine Gebühr – diese Gebühr hat mit der Kirche nichts zu tun.

Wir bedauern aber respektieren jede Austrittsentscheidung. Allerdings werden wir Sie anschreiben und bitten, uns Ihren Austrittsgrund mitzuteilen. Dankbar wären wir, wenn Sie bereits vor Ihrem Entschluss, aus der Kirche auszutreten, Kontakt mit uns aufnehmen würden, um ein klärendes Gespräch zu führen.